Es war uns ein Vergnügen

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Die Teilnehmer des Integra Projekts mit einigen freiwilligen Helfern und einem Teil des No-Borders-Teams bei einem gemeinsamen Barbecue im Sommer 2016. (Foto privat)

14 Geschichten haben sich in den letzten fünf Wochen auf diesem Blog angesammelt. Manche haben zum Nachdenken angeregt, andere haben Neugierde gestillt und einige gaben uns die Möglichkeit, unseren Horizont ein Stück weit zu erweitern. Es war uns ein Vergnügen weiterlesen

Mode zwischen den Welten

Foto von mahdieh
Mahdieh (Foto: Kriemhild)

Ich treffe Mahdieh im Campus Treskowallee der HTW Berlin. Sie ist eine der wenigen jungen Frauen, die am Integra-Programm teilnehmen. Mahdieh ist 25 Jahre alt und kommt aus Afghanistan. Sie trägt ein buntes Kopftuch mit Leopardenmuster und Blumen, dazu eine Jeans und einen langen dunkelblauen Cardigan mit Stickerei. Wir sind uns sofort sympathisch.

In Afghanistan dürfen Frauen nicht studieren, so studierte Mahdieh im Iran Accounting und Controlling, obwohl sie sich auch gerne mit Mode beschäftigt. Sie ist fasziniert von komplizierten Schnitten und schönen Stoffen.

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„Dich vergesse ich nie“

Ahmad (Foto privat)
Ahmad (Foto privat)

Der Mann, den ich am S-Bahnhof Schönhauser Allee treffe, ist nicht der Mann, den ich gedacht hatte zu treffen. Ahmad sieht ganz anders aus als auf seinem Profilbild bei Whatsapp. Per Zufall wähle ich Ahmad als meinen Interviewpartner aus, nachdem ich seinen Namen auf der Liste der Integra-Teilnehmer finde. Wir verabreden uns telefonisch für ein Treffen, um über seine Erlebnisse auf der Reise nach Deutschland zu sprechen. Was es mit dem anderen Mann auf sich hat, erfahre ich im Verlaufe unseres Gesprächs. „Dich vergesse ich nie“ weiterlesen

Freundschaft kennt keine Grenzen

Mohamed ist Sophies Patenkind. Beide lernten sich in einer Flüchtlingsunterkunft kennen.
Mohammad ist Sophies Patenkind. Beide lernten sich in einer Flüchtlingsunterkunft kennen.

Mit einem kurzen „Hallo Philipp“ begrüßt mich Mohammad. Der 25-jährige Syrer steht bereits in der Tür, als ich die letzten Stufen zu seiner Wohnung in Berlin Friedrichshain nehme. Wir kennen uns bereits aus der Sprechstunde von Abdullah. Schon das Treppenhaus sah sehr einladend aus, mit seinen roten Teppichen und den Spiegeln an der Wand. Auch als ich seine Wohnung betrete, fühle ich mich sofort wohl. Die weißen Wände wirken frisch gestrichen und der Laminatboden strahlt Gemütlichkeit aus.

Mohammad weiß, dass es in Berlin Luxus ist, überhaupt eine Wohnung zu haben. Als Flüchtling ist es erst recht schwierig, eine zu bekommen. Er weiß aber auch, dass er viel Glück hatte und ohne die Hilfe einer Freundin jetzt vielleicht noch in einer Turnhalle leben müsste, aber dazu später mehr.

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Heute Integra – aber was kommt danach?

Saeed (Foto: Robert Freese)
Saeed auf dem Weihnachtsmarkt der HTW (Foto: Robert Freese)

Einige von uns haben einen genauen Plan für ihre Zukunft. Erst mal studieren, dann einen guten Job finden und schließlich eine Familie gründen.

Aber wie geht es Menschen, die das alles schon hatten? Es sind Flüchtlinge, die vor ihrem alten Leben fliehen mussten. Die gezwungen waren, ihre Ausbildung, ihren Job und ihre Familie hinter sich zu lassen und nun noch mal ganz von vorne beginnen müssen.

Was treibt diese Menschen an, weiterzumachen? Was sind ihre Träume, Ziele und Wünsche für die Zukunft? Und wie kann ihnen das Integra-Programm der HTW Berlin dabei helfen?

Um diese Themen zu beleuchten, sprechen wir im dritten Teil unseres Podcasts mit Saeed.

Sprechstunde bei Abdullah

Abdullah in der Sprechstude
Abdullah ist Buddy an der HTW und hilft den Integra-Flüchtlingen, einen Studienplatz in Deutschland zu bekommen.

Schnell die Treppe runter, über den Hof des Campus Treskowallee und rein ins Gebäude A. Irgendwie haben die Integra-Flüchtlinge immer wo anders Unterricht als geplant. Also nicht trödeln, der Unterricht müsste schon vorbei sein. Endlich, am Ende des Gangs, treffe ich die Integras und Buddy Abdullah, mit dem ich eigentlich verabredet bin. Der 24-jährige Araber gibt Sprechstunden für die Flüchtlinge in denen er mit ihnen über ihre Studienmöglichkeiten und Pläne hier in Deutschland spricht. Ich will mir heute mal anschauen, wie seine Beratung aussieht.

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Anas, das singende Multitalent

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Anas und die Autorin Alina trafen sich auf dem Campus der HTW Berlin für ein Gespräch. Anas erzählte dabei von seinem früheren Leben im Irak und seinem jetzigen Leben in Berlin. (Foto privat)

Was Anas anpackt, das gelingt ihm. Und das, obwohl das Leben ihm schon den ein oder anderen Stein in den Weg gelegt hat.

Seine Geschichte beginnt im Irak. Dort ist er im nördlichen Teil des Landes aufgewachsen und hat nach dem Abitur begonnen, Medizin zu studieren. Dank seiner Bestnoten bekam er die Möglichkeit, ein Stipendium an der amerikanischen Universität im Irak zu erhalten. Fünf Jahre sind vergangen und Anas spricht perfekt Englisch, hat nebenbei noch Kurdisch gelernt und hat ein abgeschlossenes Ingenieursstudium in der Tasche.

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Ein Bissen Syrien

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Ich besuche Haitham im Flüchtlingsheim. Er hat zum typisch syrischen Essen eingeladen. (Foto privat)

Es ist Donnerstagabend. Die Türen gehen auf. Endhaltestelle. Mit mir steigen noch fünf weitere Fahrgäste aus. Wir scheinen alle dasselbe Ziel zu haben. Es ist dunkel. Der Weg führt direkt an einem Wald vorbei. Ich bin ein wenig aufgeregt. Schließlich komme ich, kurz nach den fünf Männern, an meinem Ziel an. Vor mir sehe ich eine Containerlandschaft. Obwohl ich ohne Vorurteile in das Flüchtlingsheim gehen wollte, überkommt mich ein mulmiges Gefühl. Ich fühle mich schlecht deswegen. Als ich Haitham sehe, fühle ich mich besser. Er begrüßt mich gewohnt herzlich, umarmt mich und führt mich zur Anmeldung.

Ich fühle mich ein wenig beobachtet als wir an der Anmeldung ankommen. Vier ausländische Männer hören auf, sich auf Arabisch zu unterhalten, als sie mich sehen. Sie wussten scheinbar, dass Haitham heute Besuch bekommt, hatten aber womöglich nicht mit mir gerechnet. Bevor wir in den Besucherraum gehen, muss ich meinen Ausweis abgeben und bekomme dafür eine Nummer, welche ich, wenn ich gehe, wieder abgeben muss.

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Berlin – Ein Stück weit neue Heimat

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Redi (Foto privat)

Ich treffe mich mit Redi Khalaf in der HTW Berlin, er ist Syrer und 22 Jahre alt. Er ist ein höflicher junger Mann, den ich im Kurs von Laura kennengelernt habe, wo er das Programmieren mit Ruby lernt. Er lebt seit drei Jahren in Deutschland und hat eine deutsche Freundin und eine 13- monatige Tochter.

Als die Lebensverhältnisse in Syrien katastrophal wurden, entschied Redi, der keine Chancen auf Besserung sah, das Land zu verlassen.  Detailliert möchte er nicht auf das eingehen, was er auf seinem Weg nach Deutschland erlebt hat. Er möchte nur sagen, dass es ein langer Weg war. Als Erstes kam er in die Türkei für 15 Tage, danach für jeweils sechs Monate in Bulgarien und Schweden. Dann von Schweden nach Deutschland. Bis er seine Aufenthaltsbewilligung für Deutschland bekommen hat, sind zwei Jahre vergangen.

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Das Streben nach Freiheit – 23 Tage auf der Flucht

Batul (Foto privat)
Batul (Foto privat)

„Als ich mein zweites Kind auf die Welt gebracht habe, schlugen Bomben über uns ein und ich wusste, dass es jetzt Zeit ist zu gehen.“ Worte einer jungen Frau und Mutter, die mich noch zu Tränen rühren sollten. Batul, 29 Jahre, geflüchtet aus Damaskus, ist eine unscheinbare Person. Ihre Geschichte ist nicht nur länderübergreifend, sie überschreitet auch persönliche Grenzen. Ein Schicksal, das man auf den ersten Blick nicht vermuten würde, doch die Traurigkeit in Batuls Augen verrät mehr, als sie im Stande wäre zu erzählen. Das Streben nach Freiheit – 23 Tage auf der Flucht weiterlesen